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Tagesausflug : Bellano und die Orrido-Schlucht

September 21st, 2017 | By Wendy Koppen in Ausflugstipps, Parco San Marco | No Comments »

Nehmen Sie eines der vielen Ausflugsschiffe, die täglich zwischen Menaggio und den Ufern des Lago di Como hin- und herpendeln. In weniger als einer halben Stunde erreichen Sie das kleine Dorf Bellano auf der östlichen Seite des Lario (ein anderer Name des Comer Sees). Bellano liegt an einem der hübschesten Küstenstreifen des Sees, und man hat von dort einen großartigen Blick auf die Dörfer und Berge des gegenüberliegenden Ufers.

bellano

Der Gebirgsbach Pioverna teilt den Ort in eine ältere Hälfte mit dem alten Hafen und der Pfarrkirche und einen moderneren Teil. Direkt im Anschluss an das Dorf liegt das dicht besiedelte Hinterland, das durch viele alte Dörfchen und Ortskerne charakterisiert ist. Auch wenn hier heutzutage vor allem die Dienstleistungsbranche gedeiht, wurde Bellano im vergangenen Jahrhundert wegen seiner großen Seidenfabriken vom Schriftsteller Antonio Balbiani als „Manchester des Lario“ beschrieben.

An der malerischen Via Manzoni, die das historische Dorfzentrum durchquert, können Sie Portale, Höfe, Vorbauten alter Patrizierhäuser, Steintreppen und Wappen bewundern, die aus dem 18. Jahrhundert stammen. Wenn man dann eine der Gassen nimmt, die bis zum See führen, steht man vor der Kirche Santa Marta, in der sich eine Gruppe von neun lebensgroßen, wertvollen Holzskulpturen befindet, die die Kreuzabnahme darstellen und dem Bildschnitzer Angelo Del Maino (zwischen 1436 und 1536) zugeschrieben werden.

Neben der Kirche Santa Marta erstreckt sich der Vorplatz der Pfarrkirche, die San Nazaro und San Celso geweiht ist. Die in spätromanischem Stil erbaute Kirche hat eine Fassade aus schwarz-weiß alternierenden Streifen und eine Terrakotta-Rosette. Die zwischen 1342 und 1350 wiederaufgebaute Kirche ist besonders bemerkenswert wegen der Fresken im mittleren Gewölbe, aber auch die Kanzel, der Chor, die beiden aus Holz geschnitzten Beichtstühle und das reich verzierte marmorne Taufbecken sind sehenswert. Das Polyptychon in der Kapelle San Giovanni und das zarte Tempera-Gemälde auf dem eine ‘Rosen-Madonna’ genannte Muttergottes dargestellt ist, sind sehr kostbar. Wenn man die Stufen rechts neben der Pfarrkirche hinaufsteigt, erreicht man die Kirche San Rocco, die im 15. Jahrhundert von der gleichnamigen venezianischen Bruderschaft errichtet wurde, um Passanten vor Plagen zu schützen. In unserer Zeit ist die Kirche allen Einwohnern von Bellano gewidmet, die durch Kriege ihr Leben verloren. Im Innenraum gibt es zwei Gemälde von Giancarlo Vitali, einem Maler aus Bellano.

santa marta bellano

Im ältesten Teil von Bellano befindet sich die ehemalige Kirche San Nicolao, die heute für Kulturveranstaltungen genutzt wird. Sie wird von bemerkenswerten Fresken geschmückt, die ihre frühere Bedeutung unterstreichen.

Im Dörfchen Lezzeno ragt das zwischen 1690 und 1704 in barockem Stil nach Plänen des Architekten Quadrio errichtete Heiligtum der Madonna auf, begonnen nur zwei Jahre nach dem Wunder, das sich am 6. August 1688 ereignete. An jenem Tag sah Bartolomeo Mezzera in einer Kapelle, die er hatte bauen lassen, dass die auf einem Gipsmedaillon abgebildete Madonna blutige Tränen weinte.

Unbedingt müssen Sie die Schlucht des Orrido besuchen. Der Name leitet sich von einer Bezeichnung des bellanesischen Dichters Sigismondo Boldoni her, der fasziniert war von diesem „orrore di un’orrenda orrendezza“ (Horror einer schaurigen Grauenhaftigkeit).

Diese natürliche  Schlucht hat sich vor 15 Millionen Jahren im Bett der Pioverna gebildet. Im Lauf der Jahrhunderte hat das Wasser Riesenkessel und malerische Grotten aus dem Fels gehöhlt. Die erschreckende Klamm und das furchterregende Toben des aufgewühlten Wassers machen aus dem Orrido einen der bemerkenswertesten Plätze des Lario.

Besonders spannend ist es, dass man einen Gang innerhalb der Klamm machen kann, und zwar auf Stegen, die oberhalb von ohrenbetäubenden und schwindelerregenden Wasserfällen an den Felsen festgemacht sind.

Dieser höchst beeindruckende Parcours schlängelt sich mitten durch Wasserfälle, natürliche Höhlen, vorbei an atemberaubenden Ausblicken und üppiger Vegetation. Das Sonnenlicht wird in Rissen und Spalten reflektiert, wobei ganz ungewöhnliche Lichteffekte entstehen. Die Legende berichtet von einem Krieger namens Taino, von dem die Einheimischen glauben, dass er am Grund des Orrido di Bellano mit einem gewaltigen Schatz begraben ist und dass ein riesiger Stein den Eingang zu seiner Grabstätte versperrt.

Während der letzten Jahrhunderte wurde die Wasserkraft für die Eisenbearbeitung und das Gerben von Leder genutzt. Heute treibt der Wasserfall zwei Wasserkraftwerke an.

Im Schutz der Orrido-Schlucht erhebt sich auf einem Felsen an der Pioverna die Cà del Diavol (Teufelshaus) ein merkwürdiges Türmchen, dessen Ursprung und Zweck nicht bekannt ist. Dieser unregelmäßig sechseckige Turm hat vier Etagen, die durch eine Wendeltreppe miteinander verbunden sind. Man erzählt sich, dass hier ausgelassene Gelage stattfanden, begleitet von satanistischen Ritualen und Anrufungen des Bösen. Seinen Namen hat der Turm von den mythologischen Figuren, besonders einem Satyr, die die Fassade des letzten Stockwerks schmücken und den mysteriösen Charme des Ortes fassbar machen.

Orrido-di-Bellano-

Das wichtigste Ereignis des Jahres in Bellano, welches die meisten Teilnehmer anzieht, ist des Fest der „Pesa Vegia“, das am Abend des Dreikönigstags gefeiert wird. Es erinnert an ein legendäres Ereignis, das sich während der spanischen Vorherrschaft zugetragen hat. Damals zog eine Abordnung von Bellanesen per Boot nach Como, um dort um den Erhalt der alten Gewichtseinheiten zu bitten, die durch neue, komplizierte und schwer anwendbare Gewichtseinheiten ersetzt worden waren und in der Bevölkerung, die großenteils aus Händlern und Handwerkern bestand, für Unmut sorgten. Die Unternehmung war von Erfolg gekrönt und die Unterhändler kehrten in der Nacht des 5. Januar 1606 zurück nach Bellano, hoch erfreut, dass es ihnen gelungen war, die „Pesa Vegia“ zu erhalten. Zufällig fiel das Ereignis auf den Dreikönigstag, und so findet das Fest immer gleichzeitig mit der Dreikönigsprozession statt.

Sportsfreunde finden in Bellano außerdem Grünflächen und Sporteinrichtungen am See, so zum Beispiel: einen Vielzweckplatz, Schwimmbäder innerhalb des Lido de Bellano, den Segelclub von Bellano und einen Radweg. Neu errichtet ist das Palasole, ein moderner Bau in Form eines Segels, der für die vielen hier veranstalteten Feiern vorgesehen ist.

 

Kinder müssen spielen :-)

September 11th, 2017 | By Silvia Bakova in Club Bim Bam Bino, Parco San Marco | No Comments »

Das Spielen gehört zu den grundlegendsten menschlichen Tätigkeiten und begleitet die Menschen von ihrer Geburt bis zum Tod.

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Schon von Geburt an spielt sich das Kind durchs Leben und versucht mit allen Sinnen spielerisch seine Welt zu begreifen. Durch das Spielen erlernt und erweitert es alle Fähigkeiten und Fertigkeiten, die es für seine Entwicklung braucht.

Beim Spielen ist das Kind unabhängig, kreativ und ganz ohne Zwang, Spielen bedeutet lernen. Dies kann es durch Unterhaltungsaktivitäten, die es ihm erlauben in einer natürlichen, entspannten Umgebung zu lernen. Während des Spielens lernen die Kinder die wichtigsten Lektionen des Lebens, welche nicht in der Schule beigebracht werden. Um sie zu erfahren, müssen sie so viel wie mglich spielen.

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Spielen bedeutet nicht nur Ausruhen und viel Spaß, sonder ist auch eine ernste und äußerst wichtige Sache. Beim Spielen nimmt sich das Kind selbst wahr, erkennt aktiv seine Umwelt, welche es umhegt und von der es ein Teil ist. Es trainiert die geistigen und motorischen Fähigkeiten, entwickelt die Wahrnehmung, lernt Verhaltensmuster, die im späteren Leben erkannt und angewendet werden können.

Das Spielen ist der natürlichste und wichtigste aller Erziehungsmittel.

Die Kinder brauchen Spiele für ihre gesunde Entwicklung. Ein Defizit an Spielen kann verschiedene psychische Probleme und Verhaltenstörungen verursachen.

Heutzutage haben die meisten Kinder einen Mangel am üblichen freien Spiel, bei dem die Kinder mal Superhelden und später wieder Prinz und Prinzessin sind. Ein Spiel, in dem die Fantasie keine Grenzen hat und alle sich einig sind, dass alles möglich ist. Wichtig beim freien Spiel sind Freiheit, keine Ziele und eine große Freude daran. Das Kind ist mit seinen eigenen Gedanken ins Spiel eingezogen und es benötigt keine externe Motivation um die Tätigkeit durchzuführen. Alles liegt nur an ihm.
Peter Gray glaubt, dass Kinder, die nicht genug Zeit haben, um zu spielen und damit verbundene Sozialisation zu erfahren, weniger die Fähigkeit zur Empathie entwickeln. Eine Erhöhung des Narzissmus in der Gesellschaft ist möglicherweise Auswirkung dessen, dass Kinder nicht genügend Situationen erleben, in denen sie emotional wachsen können.

Wir sollten die Kinder ermutigen, sich ihre eigene Spiele auszudenken,  in der Natur alles zu verwenden, was sie dort finden (Steine, Blätter, Zweige oder Wasser). Wir sollten sie ermutigen, die Freiheit zu fühlen und sie zu genießen.

Club Bim Bam Bino

Club Bim Bam Bino

 

Das Spiel fördert die Kreativität und Fantasie, Problemlösung, emotionale und soziale Entwicklung des Kindes und erhöht dessen IQ.
Weiterhin fördert das Spiel die Selbstwahrnehmung sowie die Wahrnehmung vom Raum und ermöglicht es ihnen ihre Unabhängigkeit und Interdependenz mit der Umwelt zu erkennen. Vor allem beim Spielen im Freien erhöht sich die emotionale und moralische Entwicklung. Durch das Spiel verbessern sich die motorischen Fähigkeiten von Kindern wie Balance und Koordination des Körpers, die für das Körperwachstum wichtig sind.

Spielen wirkt sogar als ein Arzneimittel. Kinder, die spielen können, sind nicht neurotisch, weil sie in der Lage sind erlebte Schmerzen und Unrecht, durch Spielen zu kompensieren. Dafür haben Kinder ein angeborenes Talent.

Falls sie nicht spielen können, sammelt sich alles in ihrem Inneren an und sie können somatisch oder psychisch erkranken. Dann müssen die Eltern aufpassen und eingreifen. Sie sollten mehr Zeit mit den Kindern verbringen, aufmerksamer sein.

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Kinder haben eine angeborene Freude am Spielen und sind von Natur aus neugierig, spontan und experimentierfreudig. Deshalb möchten sie beim Spielen möglichst wenig von Erwachsenen vorgegeben, strukturiert oder organisiert bekommen. Sie bevorzugen Spiele, in die sich Erwachsene möglichst nicht einmischen, sondern in denen sie sich frei entfalten können. Fachleute sprechen hier vom „freien Spiel“.

Spielen ist ein „Alleskönner“. Denn beim Spielen entwickelt, übt und festigt Ihr Kind in den verschiedensten Entwicklungsbereichen grundlegende Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse. Kinder müssen spielen, toben, Wagnisse eingehen – und sich manchmal blaue Flecken holen. Nur so können sie sich psychisch und körperlich gesund entwickeln.

Lassen wir Kinder soviel spielen, wie es geht!