„Dayos Reisetagebuch – auf dem Weg an den Luganer See“

07 Juli 2014 | By Paola Mazzo in Ausflugstipps, Parco San Marco, Urlaub mit Hund

Hallo Leute,

 

mein Name ist Dayo. Ich bin ein Rhodesian Ridgeback, und ich lebe mit meinem Rudel in der Nähe von Frankfurt am Main. An sich habe ich zusammen mit Suri – sie ist auch ein Rhodesian Ridgeback – ein recht angenehmes Leben. Das Essen ist immer gut, wir werden ordentlich bespaßt, und ich kann meine persönlichen Wünsche meistens durchsetzen – zumindest bei meinem Frauchen … ;-)

Dayo

 

 

Ich bin ein Reisehund! Ich bin einfach gerne unterwegs und entdecke Neues und Spannendes. Ihr glaubt ja gar nicht, was man alles so erleben und erriechen kann, wenn man unterwegs ist – ganz besonders in anderen Ländern. Kürzlich war mir mal wieder furchtbar langweilig … Suri hat genervt, die Spaziergänge und Ausflüge waren altbekannt … es musste etwas geschehen. Ein paar Tage Urlaub – das wär’s. An einen See. Warme Temperaturen. Wunderbare Gerüche. Also habe ich mich bei Frauchen ein wenig eingeschleimt. Geht ganz einfach bei ihr – ein zärtlicher Stupser hier, ein liebevoller Augenaufschlag dort, ein ordentliches Sitz auf Kommando. Abends auf der Couch habe ich ihr dann erklärt, dass auch Hunde hin und wieder einen Tapetenwechsel benötigen. Jeden Abend habe ich ihr das erklärt. Dann eines Morgens! Alles war anders. Die morgendliche Pippirunde fand schon um sechs Uhr in der Früh statt und gleich danach wurden Suri und ich ins Auto gebeten.

 

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Endlich, endlich hatte Frauchen ein Einsehen. Es ging auf große Reise. Die Sonne strahlte vom Himmel, ich war aufgeregt und Suri schon gleich am frühen Morgen genervt. Sie machte sich in unserem Auto hinten auch gleich ganz breit. Das war mir an diesem Morgen jedoch egal. Ich hatte mich (einmal mehr) durchgesetzt. Der Reisehund in mir triumphierte. Es ging los – endlich!

 

Wir fuhren nach Italien. An den Luganer See. Unser Ziel war das Hotel Parco San Marco Lifestyle Beach Resort. Wo ist Italien? Wo ist der Luganer See? Das war mir in diesem Moment völlig egal. Beach Resort – das waren für mich die Zauberworte!! Juhuuu, Italien, wir kommen!

 

Frauchen hatte sich eine Freundin eingeladen, weil Herrchen arbeiten musste. Die beiden haben morgens im Auto vielleicht gezetert. Ihr könnt Euch das nicht vorstellen. Worum es ging? So genau habe ich das nicht verstanden. Aber es ging immer um Stau. Dazu fiel mir nur ein: „Stau ist nur hinten blöd. Vorne geht’s!“ Mit diesem Kommentar machte ich mir unter den Zweibeinern aber keine Freunde. Wir standen offenbar hinten im Stau … und das die ganze Zeit. Anfangs störten Suri und ich uns nicht besonders daran. Ein Ründchen Schlaf in Ehren kann keiner verwehren. Irgendwann wurde es aber doch ein wenig warm und unbequem. Eine Pause musste her. Suri und ich setzten uns hin. Wir hechelten. Und Suri machten ein Gesicht zum Gott erbarmen. Es funktionierte. Frauchen machte mit uns Pause. Frisches Wasser und ein kleiner Spaziergang. Schon ging es weiter.

 

Irgendwann waren wir in der Schweiz. Ich sage Euch, so viele Berge habe ich noch nie gesehen. Es ging immerzu hoch und runter. Als echter Reisehund macht mir so etwas natürlich nichts aus. Ganz im Gegenteil: Ich fand es spannend und hoffte auf eine längere Pause. Ich wollte sie mal riechen – die Berge! Die Pause kam dann auch. Vor einem Tunnel, einem ganz langen Tunnel, dem Gotthard-Tunnel.

 

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Tunnel hin oder her. Das war mir egal. Raus aus dem Auto und immer der Nase nach. Die führte mich an einen Fluss. Junge, Junge. Ich kam mir vor wie in der Karibik. Weißer Sand und türkisfarbenes Wasser. Hatte Frauchen die falsche Richtung eingeschlagen? Mir war es egal. Das Wasser war kalt und frisch (und leider tief). Ich schnüffelte, was ich konnte. Doch die Zeit war wohl begrenzt. Schon wurde ich wieder herangepfiffen, und ich beschloss, einfach mal zu hören!

 

Suri machte Zicken. Sie wollte nur Gras fressen. Hatte wohl Bauchweh. Vielleicht war ihr auch einfach übel durch das lange Autofahren. Sie zog jedenfalls die Aufmerksamkeit aller Zweibeiner auf sich, weil sie sich übergeben musste. Die Frau weiß einfach, wie man sich in den Mittelpunkt stellt. Ich fasse es nicht. Frauchen und ihre Freundin waren gleich ganz bemüht, ihr das Leben so angenehm zu gestalten wie es eben ging. Ich stand daneben. Keiner interessierte sich für mich. Also beschloss ich, mir die Raststätte einmal etwas genauer anzuschauen …

 

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… schau mal einer an … endlich mal vernünftige Leute hier in der Schweiz. Hier gab es eine extra Restauration für uns Hunde. Mir fehlte allerdings der kulinarische Aspekt. Trinken alleine macht schließlich nicht glücklich.

 

Dann ging es aber auch schon weiter. Durch den angekündigten Tunnel, der wohl 17 Kilometer lang ist. Keine Ahnung, wie lang 17 Kilometer sind. Auf jeden Fall war es sehr dunkel hinten bei uns. Meinem Gefühl nach mussten wir uns aber jetzt auch endlich mal dem Ende der Reise nähern. Nach dem Tunnel war auf jeden Fall die Autobahn frei. Keine Staus mehr und fast keine Baustellen. Bei Lugano verließen wir die Autobahn. Lugano liegt am Luganer See und ist in der Schweiz. Luganer See? Waren wir endlich am Ziel? Aber die Schweiz ist doch nicht Italien, oder?

 

Langsam wurde auch mir das Autofahren zu viel. Wir standen uns durch den Feierabendverkehr dieser mondänen Stadt (keine Ahnung, was mondän ist, aber Frauchen hat gesagt, Lugano sei mondän und sehr schick). Ich fand es nur heiß und blöd. Alle Ampel waren rot und so viele Autos.

 

Irgendwann hatten wir uns jedoch zum See hinunter durchgeschlagen. Wir krochen immer am See entlang. Da war sie endlich. Die Grenze zu Italien. Ich starrte grimmig aus dem Fenster, aber die Grenzbeamten winkten uns freundlich durch. Weiter ging über die schmale Uferstraße. Immer hoch und runter. Irgendwann – ich konnte es kaum glauben – waren wir endlich am Ziel. Das Parco San Marco Lifestyle Beach Resort war erreicht.

 

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Suri und ich hatten keine Augen für irgendetwas. Wir wollten nur raus. Wir wollten laufen. Wir wollten zum See. Wir wollten uns strecken. Wir wollten einfach nur noch wir selbst sein!

 

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Es war toll. Ihr könnte Euch gar nicht vorstellen, wie toll. Stundenlang waren wir in dieser Blechdose eingesperrt, und endlich konnten wir raus. Schnell das Geschäft verrichtet und dann nichts wie rein ins kühle Naß!! Der Hundestrand, die Aussicht oder sonst etwas. Mir war es egal. Ich bin ins Wasser gesprungen. Jeder Retriever wäre da vor Neid erblasst!

 

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Es war toll. Suri war wie immer nur mit den Füßen im Wasser. Frauen, halt!

 

Dann traf es mich wie einen Schlag. Ich hatte Hunger, und ich war müde. Ich wollte jetzt schlafen. Ich gab mich erschöpft. War langsam und ließ die Ohren hängen. Suri machte mit. Sie legte sich einfach auf die Wiese am See und rollte sich zusammen. Frauchen verstand. Wir brauchten Ruhe und die sollten wir nun bekommen, denn im Hotel war für uns eine kleine Suite reserviert.

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Während Frauchen und ihre Freundin sich in „Ah- und Oh-Quietschern“ auf irgendwelche Sachen stürzten, die auf dem Tisch standen, hatten Suri und ich nur Augen für die zwei Körbchen, die da im Wohnbereich auf uns warteten. Wow, das hatte ich noch nie erlebt. Echte, weiche Körbchen und gleich zwei davon.

 

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Suri fackelte nicht lange und nahm das blaue Körbchen in Besitz. Ich hatte mal wieder das Nachsehen und musste nehmen, was übrigbleibt. Egal, Platz ist auch im kleinsten Körbchen. Und es war verdammt gemütlich da drinnen. Endlich schlafen und entspannen. So geht Urlaub!!

 

Wie das Hotel so war und was wir sonst noch erlebt haben? Das erfahrt ihr demnächst hier an genau dieser Stelle.

 

Jetzt aber erst einmal Tschüssikowski.

Euer

Dayo!

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