Entdecken Sie Valsolda und seine vielen Sehenswürdigkeiten – Teil II

18 April 2012 | By Annalisa De Maria in Wissenswertes

Das Dorf Castello hat sich seinen mittelalterlichen Charme weitgehend bewahrt – es liegt auf einem Felsvorsprung, den einst ein von Festungsmauern umgebenes Schloss überragte. In diesem Örtchen findet jedes Jahr im Monat September ein Schlossfest statt (Sagra Del Castello), das mithilfe mittelalterlicher Kostüme den Glanz der Vergangenheit wiederbelebt. Während des Festes finden verschiedene Veranstaltungen statt; die Türen alter Weinkeller werden geöffnet und es werden Speisen aus heimischer Produktion genossen.

Aus kultureller Sicht ist es vor allem überraschend, wie viele Maler, Architekten und Bildhauer dieses kleine Gebiet hervorgebracht hat. Im 17. und 18. Jahrhundert haben Künstler wie Paolo Pagani und Isidoro Affaitati vor allem in den osteuropäischen Ländern bedeutende Werke hinterlassen.

Beginnen wir mit Isidoro Affaitati, der als erster Architekt vom polnischen König Johann Kasimir beauftragt wurde, seine Residenz „Villa Reale“ neu zu gestalten. In Albogasio befindet sich ein exaktes Abbild dieser Residenz, was daran liegen mag, dass Affaitati seinen Auftrag in Polen unterbrach, um in seine Heimatstadt zurück zu kehren und die “Villa Salve“ zu bauen. Mit den gleichen Arkadenbögen erinnert das Haus, wenn auch in einem kleineren Massstab, an den Palast in Vistola; es fehlen nur die Türme, die in dem ursprünglichen Entwurf vorhanden waren. Auch die Kirche Santa Maria Annunziata, ebenfalls in Albogasio und von Affaitati konzipiert, ähnelt der Reformierten Kirche der Franziskaner in Warschau.

In Castello ist das Museum Casa Pagani einen Besuch wert, das dem gleichnamigen Maler gewidmet ist. Seine Werke befinden sich unter anderem in den Museen von Dresden, Venedig, St. Petersburg und Krakau. Ihm sind auch die herrlichen Fresken der Kirche San Martino zu verdanken, die sich ebenfalls in Castello befindet. Die Thematik der Zeit verbindet Paolo Pagani mit der Geschichte von Castello, einem Dorf, das im Mittelalter den Katharern als Zuflucht diente.

Auch im Bereich Flora und Fauna hat Valsolda eine wahre Fundgrube an Wildtieren und –pflanzen zu bieten. Vor einigen Jahren wurde ein Teil dieser Region zum Naturschutzgebiet erklärt. Typisch für dieses Gebiet und die gesamte Berglandschaft der Region ist der stetige Wechsel von hohen, felsigen Gipfeln, Schluchten und Bächen, die sich zwischen den Felsen durch die Wälder schlängeln und das Gefühl von echter Wildnis vermitteln. Innerhalb des Naturschutzgebietes können Sie Adlernester entdecken und während Ihres Spazierganges ist es durchaus nicht ungewöhnlich, Hirschen und Rehen zu begegnen, die im ganzen Gebiet heimisch sind.

 

 

 

 

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