Karneval im Tessin

10 Februar 2012 | By Stanislava in Wissenswertes

Der Karneval in Venedig mag weltberühmt sein, doch Tessin hat in der fünften Jahreszeit auch einiges zu bieten. Fröhliche, prachtvoll verkleidete Menschen treffen sich auf der Piazza, wo meistens der Sonntagsumzug sein Höhepunkt erreicht. Die Karnevalswagen und die Süssigkeiten sind ein fester Teil der Feierlichkeiten, aber wie wird diese Narrenzeit traditionell zelebriert?

Karneval im TessinDas Wort Karneval kommt ursprünglich aus dem lateinischen „carnem levare“, was „Fleisch entfernen“ heisst, und bezeichnete  in der Antike das Festmahl am letzten Tag unmittelbar vor der Periode der Fastenzeit.

Carnevale, traditionsgemäss mit Spass und Unterhaltung assoziiert, ist ein Inbegriff für Regellosigkeit, Vergehen und Übermass. In einer von Landwirtschaft geprägten Gesellschaft wie die im Tessin fast bis Mitte des 20. Jahrhundert äussert sich das vor allem in einer üppigen Speisung, denn die danach beginnende Fastenzeit verlange den Bauern eine aüsserste Strenge auch auf dem Tisch ab. Das traditionelle Gericht war Risotto, begleitet von Hackfleischprodukten, wie der feinen Wurst  luganigha. Gern gegessen wurden noch Maroni mit Rahm (castagne con la panna) und als Nachtisch die süssen Schwätzchen (chiachiere). Der Karneval war eine der raren Gelegenheiten für Begegnung und Zusammenfeiern, Musik und Tanz begünstigten die Kontakte unter Jugendlichen. Man spielte Tombola und versuchte, den Klettermast (palo della cuccagna) zu erreichen, an dessen Spitze Gaben und Lebensmittel hängten. Das Bürgertum vergnügte sich mit Theateraufführungen, Festen mit Maskenball und satirischen Zeitungen. Das Ende des Karnevals wurde durch eine Glocke angekündigt, in manchen Gegenden durch ein Freudenfeuer.

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