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Neue Kunstausstellung im Museo d’Arte in Lugano: Hugo Pratt (8.7 – 2.10.2011)

Juli 22nd, 2011 | By Stephanie Urban in Parco San Marco | No Comments »

Ausgangspunkt der Ausstellung ist eine von Pratts berühmtesten Figuren, Corto Maltese.

Es werden Originalwerke in Schwarz-Weiss, aber auch in Farbe gezeigt sowie eine grosse Menge an dokumentarischem Material. Daneben sind Fotografien von Marco d’Anna  zu sehen, der sich mit seinem Objektiv auf den Spuren des Künstlers bewegt und den Besuchern aufzeigt, wie reale Landschaften die imaginären des Künstlers beinflusst haben.

 

Kurzbiografie des Künstlers:

Hugo Pratt wurde 1927 als Ugo Eugenio Pratt in Rimini geboren. Zusammen mit seiner multi-nationalen Familie zog er  in die italienische Kolonie Abessinien, das heutige Äthiopien, als er zehn Jahre alt war und  blieb dort bis 1941.

Zurück in Italien verdingte sich Pratt kurz nach dem Krieg in der Truppenbetreuung der US-Streitkräfte sowie als Tänzer und Sänger, bevor er ab Dezember 1945 seine ersten Comics in “Asso di Picche” veröffentlichte.

Zwei Jahre später zog es ihn nach Buenos Aires, wo ihm angeboten wurde die Zeitschrift auch in Argentinien zu vermarkten. In der folgenden Zeit entstanden unter anderem die Western-Serie “Sgt. Kirk” und die von seinen äthiopischen Jugenderinnerungen beinflusste Serie “Ann y Dan”.

1962 ging Pratt wieder nach Europa, wo er sich in Venedig niederliess und wo ihm sein eigenwilliger Stil schon damals einen gewissen Ruhm beschehrt hatte. 1967 dann wurde das Magazin “Sgt. Kirk” von Florenzo Ivaldi, einem wohlhabenden Fan des Künstlers, gegründet. Dies zum Zwecke in seinem Heimatland die verstreuten Episoden aus dem Werk Pratts  zu publizieren. Als exklusives Neumaterial für das Magazin steuerte Pratt den Comic-Roman “Una ballata del mare salato” (Südseeballade) bei, in dem seine später erfolgreichste Schöpfung, die Figur des Corto Maltese, erstmals  auftauchte.

1995  erlag Hugo Pratt in Lausanne einem Krebsleiden. Er wurde, neben Samuel Beckett, als einziger Nichtfranzose zum Chevalier des Arts et Lettres, der höchsten Auszeichnung für Künstler die vom französischen Staat vergeben wird, geschlagen.